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  • Julian

Platten, die die Welt bedeuten: Magro - II

Magro aus Berlin ist ein fantastischer Drummer und hat einen feinen Sinn für geschmackvolle, Stil-offene organische Beats, die tief im HipHop und Jazz verwurzelt ist. Die nach oben offene Entwicklung des Formats geht auf "II" einen weiteren Schritt.


Auf „II“ versammeln sich super zurückgelehnte Beats, die mal spazieren gehen, extra Runden drehen und dann wieder weitestgehend durchstampfen. Die Abwechslung geht aber nie auf Kosten der Genauigkeit. Magro ist ein sehr präziser Drummer und hat ein Gespür für geschmackvolle Instrumentierung und experimentelle Soundexploration, ohne verkopft zu wirken. Die Tracks sind versehen mit Samples, die auf Trips durch die USA und Mexiko entstanden sind. Improvisiert im Studio entstanden, was man den Aufnahmen an der ein oder anderen Stelle auch anhört, sind die Tracks voll mit Überraschungen und Details. Magro hat zudem einen Tribe aus Musikern hinter und vor sich, der ziemlich passgenau seine Wirkung entfaltet. Die Features auf der Platte ergänzen die Tracks so nahezu perfekt. Mit Leona Berlin wird „Never let you down“ zu einer coolen Disco-Pop-Electro Nummer im mittleren Tempo. Ganz klar der Song mit dem größten Hitpotential auf der Platte. Auf „Amazing“ werden Stimmen gesammelt und verfremdet und der Song am Ende dekonstruiert. „Flow“ ist eine moderne Uptempo Tanzjazz-Nummer, die von treibenden Drums bis flächigen Synthies einiges bietet. Rapper Rapturous flowt super geschmeidig über den Beat von „Why“, der am Ende an den Drums herrlich ausfranst, bevor ihn Magros Drums wieder an den Ursprung zurückführt. Der Song, die Drums und die Gesangslinie, dieser Eindruck drängt sich förmlich auf, erinnert an den frühen Anderson Paak. Überhaupt durchzieht "II" eine Stil-offene Stimmung an den organischen Schnittstellen von HipHop, Jazz, Pop und RnB. Null muffig, stattdessen sehr elegant. Am Ende stehen zehn Tracks und kein einziger Füller, sondern eine absolut sinnige Progression und ein Flow, der sich trotz mehrmaliger Wandlung sinnvoll anhört.


Magro ist ein Meister seines Faches und das merkt man der Platte an. Dass er es schafft seine Drumskills gleichzeitig deutlich und doch nicht überpräsent in den Vordergrund zu rücken ist ein gordischer Knoten der auf „II“ durchschlagen wird. Heraus kommt eine herausragende Platte.


Absolute Hörempfehlung!


Magro, "II", 26.August, XJazz! Music & Mathis Grossmann








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