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  • Julian

Platten, die die Welt bedeuten: Der Assistent - Der Assistent

Aktualisiert: 22. März 2023

Der Assistent vermählt auf seinem Debüt Coolness und Zerbrechlichkeit und kreiert dabei wunderschöne, softe Popmomente in einem Bett aus analogem Synthie-Dub.


Selbst an den schönsten Orten, abseits des Trubels an irgendeinem Meer in der dritten Urlaubswoche beschleicht einen manchmal eine wohlige Melancholie, eine Weitsicht vielleicht, dass selbst das süßeste Leben nicht schmerzfrei verläuft, vielleicht auch gar nicht soll. Genau dieses musikalische Gefühl schwebt über dem Debütalbum von Der Assistent. Thematisch wird Tom Hessler alias Der Assistent zwar expliziter und deutlicher, aber umhüllt sich auch hier mit dieser wohligen Melancholie, die ein weiterverbreitetes Grundgefühl zu treffen vermag. Der Blick ist introspektiv, die Gefühle eher leise als laut, aber dennoch deutlich kommuniziert.


In acht Songs entstehen vielschichtige, jedoch maximal eingängige Perlen, die von Beziehungen, Gefühlen und digitaler Kommunikation handeln. Selten klang Herzschmerz gesünder und die Binnensicht selbstreflektierter als in W. Eine leise Hymne auf die oft so zu unrecht verpönte Selbstfürsorge. Doch hier bleibt Der Assistent, der auch als Sänger, Songschreiber und Gitarrist der Hamburger Indie Band Fotos unterwegs ist, eben nicht stehen, sondern stellt die Drehzahl einfach ein bisschen höher und schafft damit Hits, die an der Grenze zur Tanzbarkeit kratzen wie in Domino.


Der Sound verfolgt eine bemerkenswert stringente Richtung, die von Dub, über zurückgenommenen Pop mit Seilfallschritten Richtung Wave und Electronica. Mal in einer ins Sofa drückende Form, dann wieder leicht schwoofbar wird Der Assistent zum musikalischen Wattebausch. Und zu einem unerwartet heißen Anwärter auf eine der schönsten Platten des noch recht frischen Jahres.



Der Assistent - s/t, 17.März.2023, Papercup Record







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