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  • Julian

Ich glotz TV #7 Beef & Transatlantic ( & Transit)

Der Boy hat wieder geglotzt! Und dabei nicht wenig dumm aus der Wäsche gekuckt. Aber gut war es trotzdem. Mit kleinen Einschränkungen.


Beef


Ein weiterer Überraschungserfolg: Beef ist eine ziemlich rasante, bitterbös erzählte Geschichte von zwei Menschen, die aus den unterschiedlichsten Welten in Kalifornien kommen. Danny ist ein maximal durchschnittlich begabter Handwerker, der Anerkennung seiner Familie hinterherhechelt und dabei eigentlich konstant daneben lgreift. Und Amy, die mit ihrem hippen Pflanzen und Deko Handel nicht nur zahlungskräftige Kundschaft, sondern auch philanthropische Milliardäre als potentielle Investoren anlockt, ansonsten aber alle Hände voll hat die eigene Fassade aus erfolgreicher Unternehmerin, guter Mutter und liebender Ehefrau aufrecht zu erhalten. Die Serie hat ihren Ursprung in einem Road Rage Vorfall, indem sich Danny und Amy eine wilde Verfolgungsjagd liefern und ihrem angestauten Wut und Frust freien lauf lassen. Und davon gibt es eine ganze Menge. Die Serie zieht ihren Charme aus der paradoxen Beziehung von Danny und Amy, die aus so ganz anderen Welten kommen, aber nicht nur ihre unterdrückte Wut teilen. Als satirische Parabel auf progressive Reiche, die ihre eigenen Widersprüche nicht erkennen können und die krassen sozialen Unterschiede in den USA funktioniert "Beef" ebenfalls hervorragend. Krasse Durchsuchtgefahr auf jeden Fall!


Transatlantic


Transatlantic spielt im Marseille im Jahre 1940. Halb Frankreich ist von den Nazis besetzt und der lange Arm der Faschisten reicht bis ins nicht besetzte Marseille, wo Juden, Künstlerinnen und Intellektuelle verzweifelt versuchen, Europa zu verlassen. Im Fluchtdrama mit komischen Anteilen kommen so schillernde Figuren wie Walter Benjamin, Varian Fry, Andre Breton oder Max Ernst vor und von der Prominenz in den Rollen inspiriert, ist die Serie dann auch in knalligen Farben und teils ausgelassener Stimmung gehalten. Ein Tanz auf dem Vulkan und ein sehr romantisierter, fast schon skandalös verklärender Blick auf die bleierne Zeit in Europa. Andererseits kann man die Machart der Serie auch als Versuch deuten, diese furchtbare Zeit in kleinen, gut verdaulichen Häppchen so zu verpacken, dass ein möglichst breites Publikum das Plädoyer für Freiheit und Antifaschismus sehen kann. Ob davon was hängen bleibt ist aber dann eben abhängig vom Rezipienten. Ich musste bei der durchaus süffig zu kuckenden Serie, die auch ihre Protagonistinnen in ihrer Vielschichtigkeit zeigt, immer wieder auch an den so grandiosen, wie erschütternden Film "Transit" von Christian Petzold denken, der ebenfalls im Marseille dieser Zeit spielt, aber eben ganz andere, eventuell deutschere Mittel wählt. "Transit" hat sich bei mir eingebrannt, empfehle also sich beides anzusehen.



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